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Fachgebiet - Chemie, Materialwissenschaft

Ein Glas ist ein amorpher Feststoff, d.h. ein Glas ist nicht kristallin und besitzt dementsprechend keine Fernordnung, sondern nur eine mehr oder weniger ausgeprägte Nahordnung. Ein Glas kann als eingefrorene unterkühlte Flüssigkeit aufgefasst werden.

Kristallisierbare Stoffe können in den Glaszustand gebracht werden, indem die Schmelze so schnell abgekühlt wird, dass zur Kristallisation keine Zeit bleibt. Auf diese Weise lassen sich fast alle Stoffe in den Glaszustand bringen. Nach Unterschreiten der Glasübergangstemperatur befindet sich der Stoff im Glaszustand mit der für Festkörper charakteristischen Steifigkeit, d.h. hohen Werten für Elastizitäts- und Schermodul. Oberhalb der Glasübergangstemperatur erweichen Gläser mehr und mehr mit zunehmender Temperatur.

Im engeren Sinne steht die Bezeichnung Glas für Silicatglas, abgekühlten Schmelzen aus Siliciumdioxid SiO2, Natriumoxid Na2O und z.T. größeren Mengen von Calciumoxid CaO, Bortrioxid B2O3, Aluminiumoxid Al2O3, Bleioxid PbO, Magnesiumoxid MgO, Bariumoxid BaO, Kaliumoxid K2O und anderen Zusätzen. Beispielsweise besteht Laborgeräteglas (Borsilicatglas) zu 81 % aus SiO2, 13 % aus B2O3, 4 % aus Na2O und 2 % aus Al2O3.