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Fachgebiet - Mineralogie, Mineralwissenschaft

Abb.1
Gips als Sandrose

Gips ist Caliumsulfat, CaSO4 · 2H2O. Es kommt in der Natur als Mineral oder gleichnamiges Gestein vor.

Aus Gips entsteht bei 120-130 °C durch Wasserabgabe das Halb- oder Hemihydrat, CaSO4½ H2O, (gebrannter Gips).

CaSO4·2H2OCaSO4·0,5H2O+1,5H2O

Dieses Material ist in der Lage, schnell wieder Wasser aufzunehmen und dabei durch Zusammenwachsen der gebildeten Gipskristalle zu erhärten.

Wird das Hemihydrat, CaSO4½ H2O, weiter erhitzt, so bildet sich Stuckgips.

CaSO4·0,5H2OCaSO4·xH2O+(0,5x)H2O ;x=0,180,48

Ab 180 °C entsteht ein nahezu wasserfreies Calciumsulfat (Anhydrit), dessen Gitterstruktur so stark gestört ist, dass mit Wasser eine sehr schnelle Reaktion erfolgt. Für die Praxis ist dieses Calciumsulfat daher nicht verwendbar.

Bei Temperaturen um 800-900 °C wird ein umgelagertes CaSO4-Gitter erzeugt, das sehr langsam Wasser aufnimmt und gute hydraulische Eigenschaften besitzt (Estrichgips). Noch höhere Temperaturen (1000 °C) stabilisieren die Gitterstruktur weiter, so dass praktisch keine Reaktion mit Wasser mehr erfolgt (totgebrannter Gips).

Die verschiedenen Gipsmörtel gehören alle zu den Luftmörteln, im Unterschied zu den Kalkmörteln erhärten sie jedoch nicht unter Volumenabnahme, sondern mit einer Zunahme von etwa 1%, weshalb Gipsmörtel in der Regel in reinem Zustand, d.h. ohne Zusatz von Sand verwendet werden. Der Vorgang des Erhärtens verläuft wesentlich schneller als bei Kalkmörteln innerhalb weniger Minuten bis Tage.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

CalciumLevel 120 min.

ChemieAnorganische ChemieChemie der Elemente

Diese Lerneinheit gibt einen Überblick über das Erdalkalimetall Calcium einschließlich Eigenschaften, Reaktionsverhalten, Nachweis, Vorkommen, Gewinnung und Verwendung des Elements sowie ausgesuchter Verbindungen.