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Walther GerlachZoomA-Z

Biographie

Geboren
01. August 1889 in Biebrich am Rhein
Gestorben
10. August 1979 in München

Walther Gerlach studierte und habilitierte in Tübingen. Nach einer Unterbrechung aufgrund seines Militärdienstes im 1. Weltkrieg arbeitete er in Berlin und folgte einem Ruf an die Universität Frankfurt a.M. Hier unternahm er mit Otto Stern grundlegende Versuche mit Atomstrahlen (Stern-Gerlach-Experiment) und wies damit die Existenz atomarer Dipole und deren Richtungsquantisierung nach.

1929 wurde er für den Lehrstuhl für Experimentalphysik der Ludwig-Maximilian-Universität in München berufen, welchen bereits Wilhelm Wien und Wilhelm Conrad Roentgen innehatten.

1943 wurde Gerlach mit der Leitung der Fachsparte Physik im zentralen Reichsforschungsrat beauftragt. Ab Januar 1944 war er in Berlin als Bevollmächtigter für Kernphysik des Reichsmarschalls Göring für das geheime deutsche Uranprojekt zuständig, in dem auch u.a. Otto Hahn und Werner Heisenberg beteiligt waren. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurden die deutschen Kernphysiker, so auch Gerlach, in England interniert. Die Zeit zwischen Mai 1945 und Januar 1946 verbrachte er so in Farmhall bei Cambridge.

Nach seiner Rückkehr in die britische Besatzungszone übernahm er zwei Jahre lang den Bonner Lehrstuhl, bevor er Anfang 1948 nach München zurückkehren konnte. Dort war er drei Jahre Rektor der Universität und blieb bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1957.

Chronologie

1889Geboren am 01. August in Biebrich am Rhein
1908 - 1912Physik-Studium in Tübingen, Promotion zum Dr. phil.
1912 - 1916Habilitation
1918 - 1920Leiter des Physikal. Laboratoriums der Farbenfabriken Elberfeld
1920 - 1924Dozent und Professor in Frankfurt
1925 - 1929Professor in Tübingen
1929 - 1957Professor in München mit Unterbrechungen (u.a. wegen Internierung nach Kriegsende)
1979Gestorben am 10. August in München