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Armand Hippolyte Louis FizeauZoomA-Z

Biographie

Geboren
23. September 1819 in Paris
Gestorben
18. September 1896 in Venteuil

Der französische Physiker Hippolyte Armand Louis Fizeau ist dafür bekannt, als Erster die Lichtgeschwindigkeit erdgebunden und ohne Rückgriff auf astronomische Beobachtungen, gemessen zu haben.

Hippolyte Fizeau wurde in Paris am 23. September 1829 als Sohn eines wohlhabenden Physikers und Professors der Medizinischen Fakultät in Paris geboren. Der junge Fizeau erhielt eine Ausbildung am Collège Stanislas und wollte zunächst eine medizinische Laufbahn einschlagen, konnte aber aufgrund einer Krankheit die dafür notwendigen Kurse nicht mehr regelmäßig besuchen. Nachdem sein Gesundheitszustand sich nach einer ausgedehnten Reise wieder verbessert hatte, wendete er sich erneut einem wissenschaftlichen Studium zu. Dieses Mal zielte er jedoch nicht auf einen akademischen Grad ab und anstatt auf die Medizin konzentrierte er sich nun auf die Physik.

Hauptsächlich interessierte sich Fizeau für die experimentelle Bestätigung wissenschaftlicher Theorien und so hatte er sich schon bald Zuhause ein eigenes Versuchslabor eingerichtet. Sein erster Erfolg war die Verbesserung des daguerreotypischen Prozesses, einer durch Louis Daguerre im Jahr 1839 entdeckten Methode, mit der sich Fotografien herstellen ließen. Fizeau ersetzte in diesem Prozess das von Daguerre verwendete Iod durch Brom. Durch seine Arbeit freundete sich Fizeau mit Léon Foucault an, der vom Verfahren des Daguerreotypismus begeistert war. Gemeinsam arbeiteten sie daran, dieses Verfahren zum Zwecke der Himmelsfotografie zu perfektionieren. Durch ihre gemeinsamen Anstrengungen kam die erste authentische Fotografie der Sonnenscheibe zustande.

Es sollte im Fachgebiet der Optik sein, in welchem Fizeau einen bleibenden Ruf erlangte. Inspiriert durch Francois Arago, der eine Methode suchte, um endgültig zwischen der korpuskularen und Wellentheorie des Lichtes entscheiden zu können. Wenn die Wellentheorie richtig wäre, müsste die Lichtgeschwindigkeit in bewegten Medien zunehmen, wie z.B. bei fließendem Wasser in einem Rohr. Dieses Vorhaben erforderte also die Ausarbeitung einer erdgebundenen Methode zur Messung der Lichtgeschwindigkeit, für welche Arago die Verwendung eines rotierenden Spiegels vorschlug. Fresnel und Foucault begannen zusammen an diesem Projekt zu arbeiten, die eigentlichen Messungen jedoch führten beide getrennt voneinander durch.

In der Zwischenzeit stieß Fizeau auf die Zahnradmethode zur Messung der Lichtgeschwindigkeit und erhielt so bis zum September 1849 für diese einen Wert von 315000 Kilometern pro Sekunde. Seine Messungen mit dem rotierenden Spiegel kamen der wissenschaftlichen Akademie im Mai 1850 zu Ohren, nahezu gleichzeitig mit denen von Foucault. In den vorangegangenen Monaten war es Fizeau ebenfalls gelungen, die Änderung der Lichtgeschwindigkeit in einer schnell fließenden Wassersäule nachzuweisen, was seinerzeit den Glauben an die Wellentheorie des Lichtes nachdrücklich stärkte.

Zusätzlich zu seinen Arbeiten in der Optik ermittelte Fizeau die Geschwindigkeit elektrischer Signale in Drähten. Wertvolle Arbeit leistete er zudem bei der Entwicklung von Induktionsspulen, der Anwendung des Dopplereffekts in der Astronomie und in der Nutzung sichtbarer Wellenlänge für Präzisionsmessungen.

Obwohl Fizeau nie eine Professur innehatte, wurde er 1860 in die Akademie der Wissenschaften gewählt. Er starb nach langer Krankheit in Venteuil bei Jouarre am 18. September 1896.

Chronologie

1819Geboren am 23. September in Paris
Collège Stanislas
Studium der Medizin
Studium der Physik
Privatgelehrter, französischer Physiker
1860Aufnahme in die Akademie der Wissenschaft
1878Präsident des Bureau des Longitudes
1896Gestorben am 18. September in Venteuil