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FilamentZoomA-Z

Fachgebiet - Biologie, Chemie, Physik

Der Begriff Filament (aus lateinisch filamentum "Fadenwerk") wird in mehreren Wissensgebieten unterschiedlich verwendet, in der Biologie bezeichnet er einen Staubfaden in Blüten oder eine dünne fadenförmige Zellstruktur (zum Beispiel die faserförmigen Proteineinheiten der Muskel-Fibrillen), in der Elektrotechnik einen Glühfaden zur Emission von Elektronen, in der Textiltechnik eine endlose Einzelfaser (z.B. Glasfaser, Chemiefaser, natürliche Seide).

Filamente im chemisch-technischen Sinne werden fast ausschließlich durch Spinnen (Schmelzspinnen, Lösungsspinnen) hergestellt. Dabei wird die Schmelze oder Lösung durch eine feine Düse gepresst und nach dem Erstarren oder Trocknen als Endlosfaser abgezogen und aufgewickelt. Je nach Verwendung wird das Filament dann noch verschiedenen weiteren Verfahrensschritten unterzogen (z.B. Strecken, Texturieren). Die Filamente werden für den Einsatz als Chemieseiden in der erhaltenen Form eingesetzt, für die Herstellung von Chemiefasern und Mischfasern werden sie vor der weiteren Verarbeitung zu Garnen in kurze Faserstücke geschnitten (Stapelfasern).

Wird das Filament als Einzelfaser verwendet, so spricht man von einem Monofilgarn und beim Zusammenfassen von mehreren Filamenten in einem Garn von Multifilgarn (die Zahl der Einzelfasern ist hier an jeder Stelle des Garnes gleich, bei gesponnenen Garnen aus Stapel- oder Baumwollfasern schwankt sie dagegen).

Sind die Filamente dicker als 100µm, so spricht man nicht mehr von einer Faser, sondern von Draht oder nur von Monofil. Überschreitet die Feinheit des Bandes aus parallel liegenden Filamenten den Grenzwert von 30.000 dtex (d.h. wenn 10.000m des Bandes schwerer sind als 30kg), so spricht man statt von einem Garn von einem Kabel.