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EdelmetalleZoomA-Z

Fachgebiet - Allgemeine Chemie

Zu den Edelmetallen zählen die Elemente Gold, Silber, Quecksilber, Rhenium sowie die Platinmetalle Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium, Iridium und Platin.

Edelmetalle werden unter Normalbedingungen an der Luft nicht oxidiert, nur in Ausnahmefällen bilden sie dünne Oxid-Schichten, in Gegenwart schwefelhaltigen, organischen Materials gelegentlich auch Sulfid-Beläge (z.B. Schwarzfärbung bei Silber-Besteck). Aufgrund ihrer Beständigkeit gegenüber Luftsauerstoff und Wasser (Korrosionsbeständigkeit) sind die Edelmetalle in der Natur oft gediegen, d.h. in elementarer Form zu finden, Quecksilber und Silber darüber hinaus auch als Sulfid bzw. Chlorid. Andere, vereinzelt ebenfalls gediegen vorkommende Metalle, wie Kupfer, Arsen, Antimon, Bismut werden nicht zu den Edelmetallen sondern zu den Halbedelmetallen gerechnet.

Alle Edelmetalle haben eine geringe Elektronenaffinität und ein positiveres Standardpotenzial als Wasserstoff (siehe elektrochemische Spannungsreihe), d.h. sie werden von Wasser oder nichtoxidierenden Säuren, wie etwa Salzsäure, nicht unter Wasserstoff-Bildung gelöst. Dementsprechend würde unter chemischen Gesichtspunkten auch Kupfer zu den Edelmetallen gehören, wird traditionellerweise meist jedoch nicht dazugezählt. Nur unter Einsatz oxidierender Säuren lassen sich auch Edelmetalle in Lösung bringen, Silber z.B. durch Salpetersäure, Gold und Platin durch Königswasser. Das Metall wird dabei an der Oberfläche oxidiert und das Oxid anschließend von der Säure gelöst.

Die Oxide der Edelmetalle zersetzen sich bei höheren Temperaturen häufig in das Metall und Sauerstoff.

Aufgrund ihres geringen Anteils in natürlichen Vorkommen sind bei der Darstellung der Edelmetalle meist sehr spezifische Aufbereitungsverfahren erforderlich. Viele Edelmetalle fallen als Nebenprodukte bei der elektrolytischen Raffination anderer Metalle, z.B. Kupfer, im so genannten Anodenschlamm an. An die Stelle einer aufwendigen und preisintensiven Neugewinnung der Edelmetalle tritt zunehmend auch deren Recycling u.a. aus Photochemikalien, Katalysatoren, galvanischen Bädern oder elektrischen bzw. elektronischen Bauteilen.

Industrielle Hauptanwendungsgebiete für Edelmetalle sind u.a. Katalysatoren, darunter vor allem in Abgaskatalysatoren, und der Einsatz in der Mikroelektronik. Eine besondere Rolle spielen Edelmetalle seit der Antike als wertintensives Schmuck- und Devisenmaterial (Münzen, Goldbarren).

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