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DisproportionierungZoomA-Z

Fachgebiet - Allgemeine Chemie

Unter Disproportionierung kann allgemein eine Reaktion verstanden werden, bei der aus gleichartigen Reaktionspartnern durch Zerfall oder Umlagerung verschiedenartige Substanzen entstehen.

Disproportionierungen sind besonders häufig bei Redox-Reaktionen zu beobachten. Dann ist sie eine Reaktion, bei der ein und dieselbe Verbindung zugleich oxidiert und reduziert wird und sich die Oxidationszahlen mehrerer Atome gleicher Sorte in verschiedene Richtungen ändern.

Ein Beispiel ist die Disproportionierung von Chlor (Oxidationszahl der Chlor-Atome in Cl2: Null) in Natronlauge zu Chlorid (-1) und Hypochlorit (+1)

Cl2 + 2 NaOHNaCl + NaClO + H2O

Auch die Cannizzaro-Reaktion ist eine Disproportionierung. Hierbei bilden sich aus 2 Aldehyd-Molekülen jeweils durch Oxidation ein Carbonsäure- und durch Reduktion ein Alkohol-Molekül.

2 C6H5CHOC6H5CH2OH + C6H5COOH

Besonders häufig tritt auch Disproportionierung von Kohlenwasserstoff-Radikalen auf:

2 CR2-CHR2CHR2-CHR2 + R2C=CR2

Ein Beispiel dafür ist die Disproportionierung von zwei Ethyl-Radikalen in Ethylen und Ethan. Dabei tritt die formale Redox-Reaktion in den Hintergrund, da keine neuen Oxidationsstufen entstehen, sondern nur umgruppiert werden. Im Vordergrund steht die Übertragung von H-Atomen (in seltenen Fällen auch andere Atomgruppen), wobei aus 2 Radikal-Molekülen jeweils ein gesättigtes und ein ungesättigtes Molekül entstehen. Ein anderes Beispiel für diese Reaktion ist die Disproportionierung zweier Polymer-Radikale (hier sind R jeweils große Ketten oder Substituenten). Die beiden ungepaarten Elektronen treten unter gleichzeitiger Übertragung eines H-Atoms zu einem π-bindenden Paar zusammen und es kommt zu einem Abbruch der Kettenwachstumsreaktion. Beim Kettenwachstumsabbruch konkurriert die Disproportionierung (hier entstehen 2 Moleküle in der Größe der Radikale) mit der Kombinationsreaktion (hierbei entsteht nur 1 Molekül in der Größe beider Radikale zusammen).

Das Gegenteil von Disproportionierung nennt man allgemein Komproportionierung oder Synproportionierung.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

PhosphorLevel 160 min.

ChemieAnorganische ChemieChemie der Elemente

Diese Lerneinheit gibt einen Überblick über das Element Phosphor einschließlich Eigenschaften, Reaktionsverhalten, Nachweis, Vorkommen, Gewinnung und Verwendung des Elements sowie ausgesuchter Verbindungen.

EndgruppenbestimmungLevel 220 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymeranalytik

Die Möglichkeiten und Einsatzbereiche der Endgruppenanalyse zur Molmassenbestimmung werden aufgezeigt. Besonders wichtig ist hier der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Endgruppen pro Molekül und dem Verlauf der Polymerisationsreaktion. Es werden verschiedene Methoden zur Endgruppenbestimmung vorgestellt.

OxidationszahlenLevel 245 min.

ChemieAllgemeine ChemieChemische Bindung

Diese Lerneinheit betrachtet die Ionenbindung aus Sicht der Oxidationszahlen. Sie beschreibt Regeln zur Ermittlung von Oxidationszahlen. Es wird beschrieben, wie Sie die Oxidationszahlen der Atome in Verbindungen bestimmen können. Es wird ein Überblick über die Oxidationszahlen der Hauptgruppenelemente gegeben. Mit Hilfe der Oxidationszahlen lernen sie Redoxreaktionen zu lösen.

Berechnung zur potentiometrischen pH-MessungLevel 145 min.

ChemieAllgemeine ChemieElektrochemie

Berechnung zur potentiometrischen pH-Messung anhand verschiedener Beispiele.

Absättigung von PolymerradikalenLevel 230 min.

ChemieMakromolekulare ChemieReaktionsmechanismen

Durch Abbruchreaktionen und Übertragungen entstehen aus Polymerradikalen inaktive Polymermoleküle. Beim Abbruch geht die Radikaleigenschaft verloren. Bei der Übertragung wird die Radikaleigenschaft auf ein anderes Molekül übertragen. Beide Reaktionen werden hier im Detail vorgestellt und anhand des Beispiels der Styrolpolymerisation veranschaulicht.