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DelokalisierungZoomA-Z

Fachgebiet - Allgemeine Chemie, Quantenphysik

Begriff zur Beschreibung der Elektronenstruktur von Molekülen. In der Theorie des wellenmechanischen Atommodells werden lokalisierte Molekülorbitale, d.h. gerichtete Bindung zwischen zwei Atomkernen, von den delokalisierten Molekülorbitalen unterschieden. In diesen Fällen sind die Elektronen nicht nur auf zwei Atome, sondern auf mehrere Atome des Moleküls bzw. über das gesamte Molekül verteilt. Eine einzige Valenzstrichformel (Lewis-Formel) gibt meistens die Bindungsverhältnisse in einem Molekül mit delokalisierten Molekülorbitalen nicht befriedigend wieder. Oft lassen sich die Verhältnisse mit mehreren verschiedenen, aber gleichberechtigten Bindungsstrukturen beschreiben, die in diesem Fall auch als Resonanz- oder mesomere Grenzstrukturen bezeichnet werden (siehe Mesomerie). Dabei liegt die tatsächliche elektronische Struktur des betrachteten Moleküls als eine Art "Mittelwert" genau zwischen den einzelnen Strichformeln. Mit Hilfe delokalisierter Molekülorbitale werden häufig Verbindungen mit mehr als einer Mehrfachbindung innerhalb des Moleküls oder Elektronenmangelverbindungen charakterisiert.

Siehe auch: chemische Bindung , Dreizentrenbindung

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Chemische Bindung: Aromatische Ionen und HeteroaromatenLevel 220 min.

ChemieOrganische ChemieChemische Bindung

Diese Lerneinheit zeigt, dass auch bei geladenen Molekülen eine cyclische Delokalisierung möglich ist. Dies wird anhand von Beispielen erläutert. Außerdem werden Beispiele für heterocyclische aromatische Systeme gezeigt.