zum Directory-modus

ChitosanZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie

Chitosan (griech. cheton "Hülle", "Panzer") ist ein (bio)chemisch modifiziertes Biopolymer aus durchgängig β-1,4-glycosidisch verknüpften, teilweise N-acetylierten D-Glucosamin-Monomeren. Als Rohstoff für die industriellen Synthese von Chitosan wird überwigend das Chitin von Garnelen und anderen Krebstieren genutzt. Dazu werden aus dem chemisch gereinigten Chitin enzymatisch mit Hilfe der Chitin-Deacetylase partiell Acetyl-Gruppen abgespalten. Die teilweise Deacetylierung kann auch rein chemisch mit heißer Natronlauge erfolgen. Der Übergang von voll N-acetylierten Chitin zum teilweise acetylierten Chitosan ist fließend. Im Allgemeinen spricht man bei einem N-Acetylierungsgrad unter 50 % von Chitosan. Die Kettelänge des unverzweigten Makromoleküls beträgt durchschnittlich 2.000 Monomere.

Abb.1
Chitosan

Anwendungsgebiete von Chitosan (Quelle: Römpp Online - Chemielexikon):

Medizin
künstliche Blutgefäße und Haut, Wundbedeckung, abbaubares Nahtmaterial, Material für Kontaktlinsen, Dialysemembranen
Kosmetik
Haut-, Haar- und Zahnpflegemittel
Biotechnologie
Trägermaterial für die Affinitätschromatographie, Immobilisierung von Enzymen und Zellen
Lebensmitteltechnologie
Verpackungsmaterial, Klärungsmittel für Säfte, Coatingmittel
Landwirtschaft
Saatgutkonservierung, Kompostierungsbeschleuniger
Umwelttechnik
Fällungsmittel zur Abwasserreinigung, Komplexierung von Schwermetallen
Papier- und Textilindustrie
Oberflächenbehandlung, Papierhilfsmittel

Der Ballaststoff Chitosan wird auch als "begleitendes" Diäthilfsmittel angeboten, denn es verringert die Resorption aufgenommener Fette. Das aus Chitosan bestehende, wirkoptimierte Lipidadsorbens L112 bindet etwa das 800-Fache seiner Eigenmasse an Lipiden (Triacylglyceride, Gallensäuren, Cholesterol). Diese Anwendung ist umstritten, da Chitosan nicht zwischen den verschiedenen Fetten unterscheidet und somit auch die Resorption der essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren und der fettlöslichen Vitamine einschränkt. In Deutschland ist Chitosan als Medizinprodukt zugelassen, nicht jedoch als Lebensmittelzusatzstoff. Zahlreiche Pilze, z.B. auch Champignons, enthalten natürlich vorkommendes Chitosan.

Siehe auch: Chitin