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BunsenbrennerZoomA-Z

Fachgebiet - Chemie, Labortechnik

Der Bunsenbrenner ist ein nach R. W. Bunsen benannter Gasbrenner, der zur klassischen Grundausstattung in chemischen Laboratorien gehört. Erstmals eingesetzt wurden die nach Bunsens Angaben gefertigten Brenner 1855 im Chemischen Institut der Universität Heidelberg. Weite Verbreitung hat auch eine leicht abgewandelte Form gefunden: der 1900 von N. Teclu entwickelte Teclu-Brenner, der im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls oft als Bunsenbrenner bezeichnet wird. Verwendet werden beide Brenner-Typen zum Erhitzen von Substanzproben und Flüssigkeiten, z.B. in der qualitativen anorganischen Analyse (Flammenfärbung, Borax- oder Phosphorsalzperle, Lötrohrprobe).

Abb.1
Bunsenbrenner
Abb.2
Teclu-Brenner

Der Bunsenbrenner besteht aus einem senkrecht stehenden Metallrohr, durch dessen untere Öffnungen Luft angesaugt wird, die sich mit dem Brenngas (heute in der Regel Erdgas) mischt. Das Gas tritt aus einer am Fuß des Brenners befindlichen Düse aus. Der Luftstrom kann durch eine verstellbare Manschette (Regulierhülse) am Rohr bzw. eine Luftregulierungsscheibe (Teclu-Brenner) geregelt werden. Das Gas/Luft-Gemisch verbrennt nach Entzündung an der oberen Austrittsöffnung des Metallzylinders. Die Flamme besteht aus einem inneren, grünlichen Kern (Reduktionsflamme, wirkt durch Überschuss an Kohlenmonoxid und Wasserstoff reduzierend) und einem äußeren, bläulichen Mantel (Oxidationsflamme, Überschuss an Sauerstoff wirkt oxidierend). Wird die Luftzufuhr vollständig gedrosselt, brennt die Flamme mit leuchtendgelber Farbe und ist weniger heiß. Die höchsten Temperaturen von bis zu 1.550°C werden mit der nichtleuchtenden Flamme unmittelbar über der Spitze des grünlichen Kegels erreicht. Innerhalb des Kegels beträgt die Temperatur ca. 300°C.

Sicherheitshinweis: Ist die Gaszufuhr im Verhältnis zum Luftstrom zu gering, kann bei einfacheren Brennerkonstruktionen die Flamme zurückschlagen (meist bei Brennern, die nicht mit Erdgas betrieben werden), d.h. die Verbrennung erfolgt dann bereits innerhalb des Metallschaftes an der Gasaustrittsdüse, wodurch sich der Brenner extrem erhitzen kann (Brand- und Verbrennungsgefahr!)!