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Eduard BuchnerZoomA-Z

Biographie

Geboren
20. Mai 1860 in München
Gestorben
13. August 1917 in Focsani (Rumänien)

Eduard Buchners Studien an zellfreien Hefe-Extrakten brachten in den Jahren 1896/1898 den Durchbruch zur Erkenntnis molekularer enzymatischer Strukturen und ihrer katalytischen Potenz, die nicht an intakte Zellstrukturen gebunden war.

Eduard Buchner wurde am 20. Mai 1860 in München geboren. Ursprünglich bestimmte der Vater eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich; nach dem frühen Tod des Vaters 1872 übernahm Hans Buchner, selbst Chemiker und Bakteriologe, die Erziehung des jüngeren Bruders und vermittelte Eduard eine Ausbildung am Polytechnikum in München. Dennoch war er gezwungen, vor dem Chemistudium einige Jahre zu arbeiten, um Geld zu verdienen, und durch die Arbeit in einer Lebensmittelfabrik kam er erstmals in Berührung mit der Gärungschemie. Ab 1884 schließlich war es ihm möglich, sich verstärkt um das Chemistudium an der Universität München zu kümmern. 1886 verfasste Buchner seine erste gärungsphysiologische Arbeit über den "Einfluß des Sauerstoffs auf Gärungen". Nach der Promotion 1888 wurde Buchner 1890 Unterrichtsassistent am Institut von Adolf von Baeyer (1835–1920) und habilitierte sich 1891 mit einer Studie zum Pyrazol. Durch ein Stipendium von Baeyer konnte Buchner in München ein kleines Labor aufbauen, in dem er sich mit der Chemie der Gärung beschäftigte. Hier fanden 1893 auch die ersten Experimente mit lysierten Hefezellen statt. Es folgten Professuren in Kiel, Tübingen (Veröffentlichung über Zymasegärung) und Berlin. Aufgrund der guten Forschungsbedingungen in Berlin baute Buchner dort ein Zentrum der Enzym- und Gärungsforschung auf.

Buchner erhielt 1905 die Liebig-Gedenkmünze sowie 1907 den Nobelpreis für Chemie "für seine biochemische Forschung und seine Entdeckung der zellfreien Gärung". 1909 übernahm er den Lehrstuhl für Chemie in Breslau, wechselte jedoch 1911 nach Würzburg. Mit Kriegsausbruch 1914 meldete er sich, der inzwischen 54-jährige Buchner, zum aktiven Militärdienst und wurde als Kompanieführer in Frankreich und in den Masuren, ab 1917 auch im Balkan eingesetzt. Er starb am 13. August 1917 an den Folgen einer Granatsplitterverletzung in Focsani (Rumänien).

Chronologie

1860Geboren am 20. Mai in München
1884Studium der Chemie an der Universität München
1888Promotion an der Universität München
1891Habilitation an der Universität München mit einer Studie über Pyrazol
1896Professor für analytische und pharmazeutische Chemie an der Universität Kiel
18979. Januar erste Veröffentlichung "Über die alkoholische Gärung ohne Hefezellen"
1897Berufung zum ordentlichen Professor für Chemie an die Landeshochschule Berlin
1905Verleihung der Liebig-Gedenkmünze
1907Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten zur zellfreien Gärung
1909Übernahme der Professur für Chemie an der Universität Breslau
1911Berufung an die Universität Würzburg
1917Gestorben am 13. August in Focsani (Rumänien)