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BrandhemmerZoomA-Z

Fachgebiet - Organische Chemie, Brandschutz

26 % aller Brandhemmer, die 2003 in Europa auf dem Markt waren, basieren auf Halogenverbindungen. In Fernsehern und Computergehäusen finden sich vorwiegend polybromierte Biphenyle (PBB) und perbromierte Diphenylether (PBDE). Tetrabrombisphenol (TBBA) wird für Platinen verwendet, während Hexabromocyclododekan in Textilien, Polystyrolschäumen oder anderen Kunststoffen eingesetzt wird.

Abb.1
PBB
Abb.2
PBDE
Abb.3
TBBA

Die Aufgabe von Flammschutzmitteln ist es zu verhindern, dass Materialien oder Produkte durch Hitze von außen leicht in Brand geraten. Auch Produkte, die Teile beinhalten, deren Wärmeentwicklung das Gerät bei normalem Betrieb in Brand zu setzen droht, und Kunststoffteile, die in direktem Kontakt zu stromführenden Teilen stehen, müssen flammwidrig ausgerüstet sein. Bromierte Flammschutzmittel werden hauptsächlich in Verbindungen mit Kunststoffen eingesetzt. Beispiele für Anwendungen sind Leiterplatten, Kunststoffgehäuse von technischen Geräten wie Kopierern, Computern oder Fernsehern, Textilfasern, die flammfest sein müssen, oder geschäumte Stoffe (z.B.: Autositze).

Die Anreicherung der perbromierten Flammhemmer in Umwelt, Tier und Mensch ist inzwischen vielfach nachgewiesen (Muscheln, Fisch, Blut, Muttermilch).

Die am häufigsten genannte Gesundheitsgefahr ist die Bildung bromierter Dioxine und Furane bei der Erhitzung und Verbrennung (Entsorgung) von Kunststoffen, die mit bromierten Flammhemmern ausgerüstet sind. Diese Gefahr wird insbesondere bei den PBB und PBDE als kritisch angesehen. Hydroxylierte PBDE und TBBA zeigten Potential, aktiv in den Hormonhaushalt der Schilddrüse sowie der Sexualhormone einzugreifen.

Bedenken angesichts der toxischen Abbauprodukte bzw. hormonähnlichen Effekte der bromierten Brandhemmer lassen langfristig ihrer Rücknahme vom Markt erwarten. Der Einsatz von PBDE ist 2006 verboten worden.