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BrandausbreitungZoomA-Z

Fachgebiet - Brandschutz

Unter der Brandausbreitung wird allgemein die räumliche Ausweitung eines Brandes über die Brandausbruchstelle hinaus verstanden.

Auf dem Gebiet der Chemie ist das Interesse zuerst auf die Vermeidung einer Brandentstehung gerichtet. Falls trotzdem ein Brand entstanden ist, so soll er möglichst an seiner Ausbreitung gehindert werden. Dafür ist die Kenntnis aller Faktoren wichtig, die die Entstehung und Ausbreitung eines Brandes beeinflussen. Neben den direkten baulichen Gegebenheiten (z.B. Installation von Brandschutztüren, Lösch- oder Wassersprüheinrichtungen in Chemieanlagen und Laboratorien) kann die Brandausbreitung auch durch Wahl geeigneter Materialien beeinflusst werden. Um die Auswahl zu erleichtern, wurden verschiedene Methoden entwickelt und normiert, die in gewissen Grenzen einen Vergleich der Materialien ermöglichen.

Besonders für die Vielzahl der Einsatzzwecke von Kunststoffen ist die Untersuchung des Brandverhaltens wichtig, da die Kunststoffe aufgrund des hohen Gehalts organischer Substanz grundsätzlich als gut brennbar gelten. Trotzdem kann für viele Zwecke aufgrund der vielfältigen chemischen Eigenschaften der Polymere und ihrer Zusatzstoffe sowie der Verarbeitung noch ein größeres Spektrum von Kunststofftypen auch für Bereiche gefunden werden, bei denen prinzipiell mit Bränden zu rechnen ist.

Wichtige Einflussfaktoren für die Brandausbreitung sind die Wärmeleitfähigkeit, das Brand- und das Flammverhalten des zu prüfenden Materials.

Für die Brandausbreitung gibt es mehrere Prüfmethoden, die in der Literatur beschrieben sind. Oft sind sie experimentell aufwändig und gehören daher nicht zu den Routineprüfungen, dazu gehört z.B. eine Methode mit einem Brandschacht, in dem die Auswirkung eines brennenden Papierkorbes auf Bauteile nachgeahmt wird (hier werden auch Feuersprünge berücksichtigt). Eine andere Methode misst als Brandausbreitung die Distanz, die eine Flamme (auf der Oberfläche des festen Prüfkörpers) in einer bestimmten Zeitspanne unter festgelegten Prüfbedingungen zurücklegt (hier wird das Material direkt angezündet und das Weiterbrennen untersucht).

Wichtig ist auch die Kenntnis der Geschwindigkeit der Brandausbreitung; umso höher sie ist, desto größer ist die auftretende Gefahr. Diese Geschwindigkeit kann auch für ein und denselben Kunststoff verschieden sein, je nach Gestalt des Prüfkörpers, z.B. zeigt ein Schaum ein anderes Brandverhalten als das kompakte Material.