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Botulinus-ToxinZoomA-Z

Fachgebiet - Toxikologie, Mikrobiologie

Mouse
Abb.1
Botulinum Neurotoxin Typ B (PDB-Code: 1epw)

Das Botulinus-Toxin (auch Botulinum-Toxin) wird von dem anaeroben Gram-positiven Bakterium Clostridium botulinum produziert. Clostridien bilden sehr widerstandsfähige Sporen, die lange Zeit überdauern und auch unter Luftabschluss auskeimen und sich vermehren können. Wenn Botulinus-Toxine mit der Nahrung in den Körper gelangen, wird das Toxin bereits im oberen Verdauungstrakt ins Blut aufgenommen und gelangt innerhalb kurzer Zeit zu den peripheren neuronalen Synapsen. Dort hemmt es die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte und unterbindet so die Reizweiterleitung. Nach 12-72 Stunden kommt es zunächst zu typischen Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Später treten Schluckstörungen auf, bevor dann die Muskulatur irreversibel erschlafft und die Atmung aussetzt.

Von den sieben serologisch unterscheidbaren Botulinus-Toxinen zeigt Botulinus-Toxin A (Mr 150.000) mit einem LD50 von 0,3 ng/kg Körpergewicht (intravenös, Maus) die höchste bisher gemessene Toxizität bei einem Toxin.

Botulinus-Vergiftungen lassen sich mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen vermeiden: Konservendosen, deren äußere Form auf eine Gasproduktion in der Dose schließen lässt, sollten nicht mehr zum Verzehr verwendet werden. Das Botulinus-Toxin selbst ist hitzelabil und wird durch 15- bis 20-minütiges Kochen zerstört.

Siehe auch: Tetanus-Toxin

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

BakterientoxineLevel 245 min.

ChemieToxikologieToxine

Die Lerneinheit behandelt die Beschreibung und Einteilung von Bakterientoxinen anhand einiger relevanter Beispiele.