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BlutgerinnungskaskadeZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie, Medizin

Um den Verlust von Blut bei Gewebeverletzungen entgegen zu wirken, besitzt der Säugerorganismus ein Hämostase–System (Blutstillungssystem). Dabei wirken

  1. vaskuläre,
  2. zelluläre und
  3. plasmatische Vorgänge

zusammen. Die plasmatischen Prozesse werden auch als Blutgerinnung (Prokoagulation) bezeichnet. Die Blutgerinnung wird in ein intrinsisches und extrinsisches System unterteilt, welche Reaktionsfolgen darstellen, an deren Ende jeweils die Umwandlung des Proenzyms Prothrombin in Thrombin steht. Die Protease Thrombin stellt aus dem Fibrinogen durch Abspaltung der Fibrinopeptide A und B ein zunächst lösliches Fibrin her, woraus später durch Faktor XIIIa, einer Transglutaminase, ein vernetztes (unlösliches) Fibringerinnsel wird. Zusammen mit den Thrombocyten wird daraufhin die durch die Verletzung bedingte Öffnung des Gefäßes wieder verschlossen (Thrombusbildung).

Die Blutgerinnungskaskade bezeichnet in beiden Systemen eine streng regulierte Serie von Proteinspaltungen, welche aus inaktiven Proenzymen durch limitierte Proteolyse aktivierte Enzyme bildet, die in der Folge andere Proteine modifizieren. Die beteiligten Enzyme werden auch Gerinnungsfaktoren genannt. Einige dieser Gerinnungsfaktoren sind Cofaktor-abhängig (Vitamin K, Ca2+). Erblich bedingte Defekte in der Struktur der Blutgerinnungsfaktoren oder bei deren Ausfall können zu lebensgefährlichen Blutgerinnungsstörungen führen, wie z.B. Hämophilie A (Mangel an Faktor VIII, von-Willebrand-Faktor) oder Hämophilie B (Fehlen des Faktors IX, Christmas-Faktor).

Siehe auch: Thrombocyten , von-Willebrand-Faktor

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

2.3 - Aspirin - KrankheitenLevel 260 min.

PharmazieArzneimittelThemenreise Wirkstoffe

Diese Lerneinheit erläutert die medizinisch-chemischen Zusammenhänge zwischen den Indikationsgebieten Schmerz, Entzündung, Fieber sowie Herz-Kreislauferkrankungen und Prostaglandinen und somit der Aspirin-Wirkung (Hemmung der Prostaglandin-Biosynthese).

2.1 - 2.5 - Aspirin (gesamt)Level 4100 min.

PharmazieArzneimittelThemenreise Wirkstoffe

Die Abschnitte dieser Lerneinheit beschreiben die historischen Zusammenhänge und die Entdeckung des Aspirins durch Felix Hoffmann, sowie die im Laufe des 20. Jahrhunderts neu entdeckten Indikationsgebiete für Aspirin. Nach einer ausführlichen Behandlung der biochemischen Grundlagen der Aspirin-Wirkung durch Hemmung der Cyclooxygenase im Arachidonsäure-Stoffwechsel folgen eine Erläuterung der medizinisch-chemischen Zusammenhänge zwischen den Indikationsgebieten Schmerz, Entzündung, Fieber sowie Herz-Kreislauferkrankungen und der Aspirin-Wirkung. Den Abschluss bildet ein umfangreiches Kapitel, in dem die Struktur der Cyclooxygenase und die molekularen Wechselwirkungen zwischen Aspirin und der Cyclooxygenase beschrieben werden.

Vitamin KLevel 250 min.

BiochemieStoffwechselVitamine und Coenzyme

8.1.4: Die fettlöslichen Vitamine der K-Gruppe sind entscheidende Cofaktoren für die enzymatische Carboxylierung von Aminosäuren. Sie sind essentiell für die Bildung der Gerinnungsfaktoren sowie zahreicher Calcium-transportierender Proteine. Absorptionsstörungen oder die Inhibierung der Vitamin K-Aktivität durch Antagonisten verändern maßgeblich das Gerinnungsvermögen des Blutes und können eine ernste Bedrohung für den Organismus darstellen. Störungen des Vitamin K-abhängigen Calcium-Transports werden hingegen mit langsamen pathologischen Veränderungen wie Arterienverkalkung und Nierensteinbildung in Verbindung gebracht.