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Blend ist eine heute auch im Deutschen verbreitete englische Bezeichnung für Gemisch oder Mischung und besonders bei Gemischen von Polymeren, Lebensmittelzusätzen oder Spirituosen (hier auch Verschnitt genannt) verbreitet.

Blends werden im Allgemeinen hergestellt, um bestimmte Eigenschaften eines Produktes zu erreichen, die die einzelnen Komponenten allein nicht aufweisen. So werden Blends bei Spirituosen hergestellt, um die Eigenschaftsschwankungen, die die Naturprodukte aufweisen, auszugleichen und so immer den gleichen Geschmack zu erreichen. Auch Kraftstoff-Blends werden aus unterschiedlichen Rohbenzinen hergestellt, um z.B. die gleich bleibende Oktanzahl zu sichern. Ein weiterer Grund für die Herstellung von Blends ist auch das Erreichen eines günstigen Preises, da es in vielen Fällen gelingt, das Eigenschaftsniveau eines Stoffes zu erhalten, wenn bis zu einem gewissen Anteil ein billigerer Stoff zugemischt wird.

Fachgebiet - Makromolekulare Chemie

Für Polymere ist ein Polymer-Blend definiert als "makroskopisch homogene Mischung von zwei oder mehr verschiedenen Polymeren" (IUPAC Compendium of Chemical Terminology 2nd Edition, 1997). Mit dieser Definition wird keine Aussage über die Phasenbildung in Polymer-Blends gegeben, die Polymere können in Polymer-Blends sowohl thermodynamisch mischbar (einphasig, nur eine Glastemperatur) als auch unmischbar (mehrphasig, mehrere Glastemperaturen) vorliegen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sind auftretende Phasen jedoch so klein, dass sie bei Beobachtung mit sichtbarem Licht nicht erkennbar sind. Im Allgemeinen sind verschiedenartige Polymere miteinander nicht mischbar und würden sich nach einiger Zeit von allein entmischen. Diese Entmischung wird jedoch durch die unzureichende Beweglichkeit der Ketten im festen Zustand dauerhaft verhindert.

Hergestellt werden Polymer-Blends meist durch intensive mechanische Vermischung der aufgeschmolzenen Polymere, z.B. in einem Extruder. Durch die auftretenden Scherkräfte werden die Polymere dabei so stark vermischt, dass sie ein homogenes Material ergeben. Beim Abkühlen der Schmelze bleiben die Polymerketten dann fein verteilt und das Eigenschaftsprofil des erhaltenen Blends erscheint dann als Überlagerung der Eigenschaften der einzelnen Polymere. Auch während der gesamten Zeit des Gebrauchs bleibt die gebildete Phasenstruktur stabil erhalten.

Je nach Anwendungszweck werden mischbare oder unmischbare Polymer-Blends angestrebt. Aber auch bei unmischbaren Systemen wird angestrebt, dass sich die Phasen nicht abstoßen, wozu man so genannte Verträglichkeitsvermittler zusetzt, die sich in der Phasengrenze anreichern und in der Art einer Klammer die einzelnen Phasen durch starke Wechselwirkungen fest miteinander verbinden.

Wichtige Polymer-Blends mit mehreren Phasen sind schlagzäh gemachte Polymere, wie z.B. Polystyrol, fast alle Gummimischungen oder auch alle thermoplastischen Elastomere, einphasige Blends sind z.B. Gemische aus Polystyrol und Polyphenylenoxid oder Polyethylenterephthalat mit Polybutylenterephthalat.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Kunststoffe aus Ethen und Ethen-DerivatenLevel 120 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymere

In dieser Lerneinheit lernen Sie, welche wichtigen Kunststoffe aus Ethen-Derivaten hergestellt werden und wie hoch ihr Verbrauch in Europa ist. Die wichtigsten Eigenschaften dieser Kunststoffe werden vorgestellt und ihre Verwendungen aufgezeigt.