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BleikammerverfahrenZoomA-Z

Fachgebiet - Technische Chemie, Anorganische Chemie

Historisches Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure, in England zu Beginn der industriellen Revolution ab 1746 in größerem Maßstab eingesetzt:

Ein Schwefeldioxid-Luft-Gemisch wird in, mit Blei ausgekleideten Kammern, in Gegenwart von Stickstoffoxiden (N2O3, NO2) als Katalysator bei 80 °C zu Schwefeltrioxid oxidiert.

N2O3+SO22NO+SO32NO+0,5O2N2O3SO2+0,5O2SO3

Dieses wird anschließend auf Wasser geleitet.

SO3+H2OH2SO4

Das Produkt ist eine ca. 80 %ige Schwefelsäure.

Blei ist das einzige Gebrauchsmetall, das von den bei der Reaktion auftretenden aggressiven Gasen und der Schwefelsäure nicht angegriffen wird, da es sich mit einer Schutzschicht aus Bleisulfat, PbSO4, überzieht. Die sauerstoffübertragende, katalytische Wirkung der Stickstoffoxide kann durch die Gleichungen (1-3) schematisch zum Ausdruck gebracht werden, tatsächlich handelt es sich um eine mehrstufige homogene Katalysereaktion.

Gay-Lussac (1827) und Glover (1859) entwickelten Methoden und Vorrichtungen zur Rückgewinnung der Stickstoffoxide und deren Rückführung in die Bleikammer zur erneuten Nutzung. Die Kombination von Gay-Lussac- und Glover-Turm ermöglichte es, Schwefelsäure in einem kontinuierlichen Ablauf zu produzieren.

Heute erfolgt die technische Darstellung von Schwefelsäure praktisch ausschließlich nach dem Kontaktverfahren.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

SchwefelsäureLevel 145 min.

ChemieAnorganische ChemieVerbindungsbibliothek

Diese Lerneinheit informiert über die Stoffeigenschaften von Schwefelsäure sowie über seine Synthese und Reaktivität. Das Massenspektrum von Schwefelsäure ist abrufbar und Informationen über Toxikologie und Arbeitsschutz werden angeboten.