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BlaualgenZoomA-Z

Fachgebiet - Mikrobiologie

Blaualgen ist die veraltete Bezeichnung für Cyanobakterien. Die Bezeichnung Blaualgen sollte vermieden werden, da es sich bei Algen um eukaryontische Organismen handelt.

Cyanobakterien sind Prokaryonten, die zur oxygenen Photosynthese befähigt sind. Sie kommen als Einzelzellen, Zellkolonien und unverzweigte oder verzweigte Fäden in allen Lebensräumen vor. Sie besiedeln v.a. das Süßwasser, sind aber auch im Meer und an extremen Standorten verbreitet. In ihrer zellulären Feinstruktur stimmen Cyanobakterien weitgehend mit den Gram-negativen Bakterien überein. Der Photosynthese-Apparat ist, wie in Pflanzen, in die Thylakoide integriert. Die beiden Photosysteme I und II enthalten Chlorophyll a und Carotinoide. Lichtsammelnde Phycobiliproteine sitzen außen auf der cytoplasmatischen Seite der Thylakoidmembranen.

Viele der mehrzelligen Formen sind in der Lage, den normalen Standard-Zelltyp (die so genannten vegetativen Zellen) in spezielle Zellformen zu differenzieren, die dann besondere Aufgaben übernehmen. Besonders wichtige Differenzierungsformen sind die Heterocysten mit ihren sehr dicken Zellwänden. Sie dienen der Fixierung von molekularem Stickstoff und werden gebildet, wenn die Zellen nicht genügend geeignete Stickstoff-Verbindungen von außen aufnehmen können. Gemäß der Endosymbionten-Theorie gingen aus Vorläufern der heutigen Cyanobakterien die Chloroplasten der Pflanzenzellen hervor. Prochlorophyten (z.B. Prochloron, Prochlorothrix, Prochlorococcus) sind eine zum Meerespicoplankton gehörende Untergruppe der Cyanobakterien, die jedoch Chlb anstelle von Phycobilinen als Antennenpigment verwenden. Sie enthalten ferner Divinyl-Derivate von Chla und Chlb.

Siehe auch: Cyanobakterien

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

BakterientoxineLevel 245 min.

ChemieToxikologieToxine

Die Lerneinheit behandelt die Beschreibung und Einteilung von Bakterientoxinen anhand einiger relevanter Beispiele.