zum Directory-modus

BindungstascheZoomA-Z

Fachgebiet - Biochemie

Die Bindungstasche ist eine Domäne einiger Proteine, in der ein Ligand wie (z.B. ein Cofaktor oder das Substrat) in einer bestimmten Proteinumgebung gebunden wird. Bei Enzymen ist diese Bindungstasche ist meistens mit dem aktiven Zentrum identisch, wobei die Aminosäuren nicht notwendigerweise auch an der Katalyse beteiligt sein müssen. In manchen Fällen verändert sich die Geometrie dieser Bindungstasche, sobald das Substrat gebunden ist (Induced-fit-Mechanismus).

Bei der Entwicklung neuer pharmzeutischer Wirkstoffe (Drug Design) wird das Einpassen einer Ligandenstruktur in die Bindungstasche als docking und der schrittweise Aufbau neuer Liganden unter Zuhilfenahme einer Simulation der Bindungstasche als De-novo-Design bezeichnet.

Siehe auch: Immunoassay

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Strukturbasiertes WirkstoffdesignLevel 260 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Im Gegensatz zum kombinatorischen Ansatz des Wirkstoffdesigns, der auf dem Screening einer großen Zahl von Verbindungen beruht, die nach dem Zufallsprinzip synthetisiert wurden, beruht das strukturbasierte Design, wie der Name schon sagt, auf der Kenntnis der Struktur des Targets und/oder anderer bereits bekannter Wirkstoffe. Im ersten Fall steht daher das Screening, im zweiten Fall das Design im Vordergrund. Der strukturbasierte Ansatz wird daher auch als rationales oder gezieltes Wirkstoffdesign bezeichnet. Er beruht auf der grundlegenden Annahme, dass die Wirkung einer Substanz von ihrer mehr oder weniger intensiven Bindung an das Target-Molekül herrührt. Man nimmt weiter an, dass sich die beiden Moleküle in dieser als aktiv oder gebunden bezeichneten Konformation sowohl geometrisch als auch chemisch zueinander komplementär verhalten und dadurch die Bioaktivität bedingen. In den meisten Fällen erreicht eine Substanz nur dann eine biologische Wirkung, wenn sie sich in die spezifische Bindungstasche eines Targets einpasst und andockt (z.B. im aktiven Zentrum eines Enzyms) und damit den Zugang des natürlichen Liganden unterbindet.