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Daniel BernoulliZoomA-Z

Biographie

Geboren
08. Februar 1700 in Groningen, NL
Gestorben
17. März 1782 in Basel

Daniel Bernoulli stammte aus einer Schweizer Mathematikerfamilie. Sein Vater Johann hatte einen Lehrstuhl für Mathamatik in Groningen inne. Er folgte seinem Bruder Jakob Bernoulli nach dessen Tod auf den Lehrstuhl in Basel. Trotz Daniels ausgeprägter Leidenschaft für Mathematik zwang ihn sein Vater, Medizin zu studieren, nachdem Versuche, ihn zu einem Leben als Kaufmann zu überreden, völlig gescheitert waren. Johann Bernoulli hielt Mathematik für eine brotlose Kunst, unterrichtete seinen Sohn aber jahrelang nebenbei.

Mit dem Mediziner William Harvey, der die Vorgänge im menschlichen Körper mechanistisch betrachtete, verband Daniel Bernoulli eine Geistesverwandtschaft. Harvey hatte das Herz als Pumpe verstanden, die den Fluss des Blutes durch die Adern steuerte. Schon damals war Daniel von der Fluiddynamik fasziniert.

Als er sein Studium mit 21 Jahren abgeschlossen hatte, bewarb er sich in Basel erfolglos um Lehrstühle für Botanik und Anatomie. Mit 23 Jahren erfand er in Italien ein Stundenglas, das auf dem Sanduhr-Prinzip beruhte und auch auf Schiffen mit hohem Seegang und starkem Wind zuverlässig funktionierte. Dafür bekam er den ersten Preis der Pariser Akademie. Dies und die Publikation seines Buches "Exercitationes mathematicae" verbesserten seine beruflichen Chancen. Er erhielt einen Ruf als Mathematikprofessor an die Akademie der Wissenschaften von St. Petersburg, wohin ihn sein Bruder Nicolaus begleitete, der jedoch ein Jahr später verstarb. Daraufhin kam 1727 Leonhard Euler als Assistent zu ihm. Gemeinsam führten sie Untersuchungen über den Zusammenhang von Blutdruck und Fließgeschwindigkeit des Blutes durch. Dazu entwickelten sie eine Methode der Blutdruckmessung, bei der ein offenes Glasröhrchen in die Arterien gestochen wurde. Anhand der Flüssigkeitshöhe konnte der Blutdruck ermittelt werden.

Durch weitere Betrachtungen des Zusammenhanges zwischen der kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit und deren Druck gelangte er schließlich zur Formulierung des Bernoulli-Gesetzes. Dieses sagt aus, dass die Summe aus statischem Druck, Schweredruck und dynamischem Druck in einem strömenden Fluid an jeder Stelle der Stromlinie konstant ist. Dies hat u.a. zur Konsequenz, dass der Druck fällt, wenn die Geschwindigkeit steigt. Dadurch erklärt sich z.B. auch, warum Flugzeuge fliegen: Ihre Flügel sind so konstruiert, dass sich auf ihrer Oberseite eine Zone schnell strömender Luft bildet. Dort verringert sich der Druck, wodurch der Flügel nach oben gesaugt wird.

1733 erhielt Daniel Bernoulli, der sich in St. Petersburg nie wirklich wohl fühlte, einen Lehrstuhl für Anatomie und Botanik in Basel, wo er 1738 sein wichtigstes Werk "Hydrodynamica" vollendete. In diesem Buch formulierte er auch erste Grundlagen für die kinetische Gastheorie. Leider entwickelte sich zwischen seinem Vater und ihm eine schwere Rivalität. Johann Bernoulli konnte es nicht ertragen, das sein Sohn ihm wissenschaftlich gleichgestellt wurde und veröffentlichte ein Jahr nach ihm "Hydraulica", dessen Inhalt den "Hydrodynamica" sehr ähnelte. Dadurch wurde Daniel die Beschäftigung mit diesem Thema verleidet.

1743 bekam er einen Lehrstuhl für Physiologie und 1750 für Physik, den er bis 1776 inne hatte. Seine Experimentalvorlesungen werden als bemerkenswert beschrieben.

Daniel Bernoulli gewann insgesamt zehn Mal den Grand Prix der Pariser Akademie für Arbeiten auf den verschiedensten Themengebieten. Dazu zählten Astonomie, Gezeitenlehre, Nautik und Magnetismus. Ein weiteres Interessengebiet, das ihn über viele Jahre beschäftigte, waren schwingende Systeme wie die Saiten von Musikinstrumenten. Darüber korrespondierte er lange mit Euler. Bernoulli wurde zu seinen Lebzeiten hoch geehrt und war Mitglied der bedeutendsten wissenschaftlichen Vereinigungen, u.a. von Bologna, St. Petersburg, Berlin, Paris, London, Bern, Turin, Zürich und Mannheim.

Chronologie

1700Geboren am 08. Februar in Groningen, NL
1713 - 1716Studium der Philosophie in Basel
1716 - 1721Studium der Medizin in Basel, 1718 in Heidelberg, 1719 in Straßburg und 1720 wieder in Basel, Promotion "De Respiratione"
1723 - 1725Praktizierender Arzt in Venedig
1725 - 1733Professor für Mathematik in St. Petersburg
1734 - 1750Professor für Anatomie und Botanik, später Physiologie in Basel
1750 - 1776Professor für Physik in Basel
1782Gestorben am 17. März in Basel