zum Directory-modus

Otto Georg Wilhelm BayerZoomA-Z

Biographie

Geboren
04. November 1902 in Frankfurt a. M.
Gestorben
01. August 1982 in Burscheid

Otto Bayer hat als Chemiker bedeutende Beiträge zur Entwicklung der chemischen Technologie in Deutschland erbracht. Dank seiner ausgeprägten Forschungsbegabung arbeitete er schon früh als Leiter des wissenschaftlichen Hauptlabors der IG Farben, wo er sich seinem Spezialgebiet, den Farbstoffen sowie den Themen Kautschuke, Pflanzenschutzmittel und Arzneimittel widmete. Auf dem Sektor der makromolekularen Chemie erzielte er seine größten Erfolge. Er entwickelte das Polyadditionsverfahren zur Produktion von Polyurethanen, das den Syntheseweg zu einer äußerst vielseitigen Klasse von Polymeren eröffnete. 1937 wurde das Polyurethan-Grundpatent erteilt; der Anwendungsbereich dieser Materialien reicht von Lacken, Schaumstoffen, Fasern, Beschichtungen und Klebstoffen bis zu Synthesekautschuken. Später entwickelte Otto Bayer einen Weg zur Direktsynthese von Acrylnitril.

Nicht nur seine wissenschaftlich-technischen Erfolge, sondern auch seine unternehmerischen Fähigkeiten zeichnen Otto Bayer aus. Als die Bayer AG nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet wurde, wurde er Mitglied des Vorstands, wobei die Namensgleichheit mit dem eigentlichen Firmengründer Friedrich Bayer rein zufällig ist. Er gehörte dreizehn Jahre lang dem Vorstand an, weitere zehn Jahre war er Aufsichtsratsvorsitzender der Bayer AG.

Weiteres Engagement für die Chemie zeigte er mit der Gründung des Fonds der Chemischen Industrie zur Förderung der Forschung und Lehre an Hochschulen, den er 14 Jahre lang aktiv als Vorsitzender betreute. Außerdem war er Gründungsmitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker und setzte sich intensiv für das chemische Schrifttum ein.

Otto Bayer erhielt zahlreiche Medaillen und Preise, von denen ihm die Bayer-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker, die Gauss-Weber-Medaille der Universität Göttingen, der Siemens-Ring sowie die Charles Goodyear Medal der American Chemical Society besonders wichtig waren.

Er verfügte in seinem Testament die Gründung der Otto-Bayer-Stiftung. Diese verleiht seit 1984 regelmäßig den Otto-Bayer-Preis an externe Naturwissenschaftler und die Otto-Bayer-Medaille an Bayer-Mitarbeiter.

Chronologie

1902Geboren am 04. November in Frankfurt a. M.
Klingen-Oberrealschule der ehemaligen freien Reichsstadt Frankfurt.
1921 - 1924Studium der Chemie an der Universität Frankfurt
1924Promotion unter der Leitung von Julius von Braun
1925 - 1927Assistent bei Julius von Braun
1927Chemiker bei den Casella-Farbenwerken der IG Farbenindustrie AG Frankfurt
1933Leiter des wissenschaftlichen Hauptlabors bei der IG Farbenindustrie AG Leverkusen
1944Honorarprofessor an der Universität Köln
1951Vorstandsmitglied der Bayer AG und Leiter der zentralen Forschung
1961 - 1964Mitglied des Aufsichtsrates der Bayer AG
1964Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bayer AG
1982Gestorben am 01. August in Burscheid

Literatur

(13.11.1937): Verfahren zur Herstellung von Polyurethanen bzw. Polyharnstoffen . , (1960): Große Chemiker. ,