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BackbitingZoomA-Z

Fachgebiet - Makromolekulare Chemie

Backbiting (in etwa mit "Rückgriff" ins Deutsche zu übertragen) ist ein oft verwendeter Ausdruck für eine besondere Form der Kettenübertragung während radikalischer Kettenreaktionen (Polymerisation und Depolymerisation). Backbiting bezeichnet dabei eine Kettenübertragung der Radikalfunktion vom Ende des Moleküls an eine andere Stelle dieses Moleküls (und dabei Umlagerung eines Wasserstoffatoms in die Gegenrichtung). Dabei wird aus dem primären Radikal ein (stabileres) sekundäres Radikal, welches nach der Kettenübertragung weitere Reaktionen und Umlagerungen eingehen kann.

Wegen der sterisch besonders bevorzugten Ringe aus 5, 6 oder 7 Ringgliedern krümmen bzw. falten sich die Ketten am Ende häufig so, dass auch Ringe aus 5 bis 7 Gliedern als instabile Zwischenstufen gebildet werden und so die Radikalübertragung von der letzten Methylen-Gruppe auf eine räumlich benachbarte (aber in der Kette 5 bis 7 Glieder weiter entfernte) Methylengruppe ermöglicht wird. In der Folge dieser Kettenübertragung kann es sowohl zur Ausbildung einer Kurzkettenverzweigung (z.B. beim LDPE) als auch zur Abspaltung von kleinen cyclischen Molekülen (z.B. beim Kettenabbau von Polymethylsiliconen) kommen.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Gasphasenpolymerisation am Beispiel LDPELevel 240 min.

ChemieMakromolekulare ChemiePolymerisationsverfahren

Die Lerneinheit beschreibt die technische Herstellung von low density polyethylene (LDPE). Es werden die Probleme der Gasphasenpolymerisation erläutert und der Reaktionsmechanismus und die Kinetik der Bildung von LDPE erklärt.