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Aufmerksamkeitsdefizit-SyndromZoomA-Z

Fachgebiet - Medizin

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) ist wie das ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom) eine sich schon im Kindesalter manifestierende psychische Störung, bei der eine geringe Aufmerksamkeit bzw. zusätzlich auch Hyperaktivität der betroffenen Kinder auffällig ist. Vermutlich sind in Deutschland 4-8 % aller Schulkinder von ADHS betroffen, das etwa dreimal häufiger bei Jungen als bei Mädchen auftritt und sich nicht immer von anderen Verhaltensauffälligkeiten abgrenzen lässt. Bei 30-70 % der Betroffenen besteht das ADHS noch bis ins Erwachsenenalter und ist mit innerer Unruhe und verschiedenen andere psychische Störungen wie Depressionen, Angststörungen, sozialen Phobien und auch Essstörungen assoziiert.

Biologisch/genetische, soziale und psychische Faktoren tragen vermutlich gleichermaßen zur Entstehung von ADS/ADHS bei. Bei etwa 50 % der ADHS-Betroffenen ist vermutlich die neuronalen Signalverarbeitung im Gehirn genetisch verändert, was vor allem diejenigen Hirnbereiche betrifft, die für Motivation, Kognition, Emotion und Bewegungsverhalten verantwortlich sind. Im Elektroenzephalogramm (EEG) dieser Patienten treten signifikant weniger β-Wellen (charakteristisch für Konzentrationszustände) und mehr θ-Wellen (charakteristisch für träumerische Wachzustände) auf als bei Gesunden.

Abb.1
Methylphenidat

Ritalin: Methylphenidat-hydrochlorid

ADS und ADHS werden häufig mit Ritalin (Wirkstoff Methylphenidat) behandelt, das zwar zu guten Behandlungserfolgen führt, aber auch viele Nebenwirkungen hat z.B. Wachstumsstörungen, Bluthochdruck und Reizbarkeit.