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AntikoagulanzienZoomA-Z

Fachgebiet - Pharmazie

Antikoagulanzien sind Wirkstoffe, die ein Gerinnen des Blutes hemmen. Eingesetzt werden sie vorwiegend zum Schutz vor Thrombosen, z.B. nach operativen Eingriffen oder bei stark erhöhtem Risko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls. Kombiniert werden Antikoagulanzien oft mit Wirkstoffen, die einem Verklumpen der Blutplättchen entgegenwirken (Thrombocyten-Aggregationshemmer) und Wirkstoffen, die eine Auflösung des vernetzten Fibrins fördern (Fibrinolytika).

Eingesetzt werden neben dem natürlichen Glycosaminoglycan (Mucopolysaccharid) Heparin auch halbsynthetische Derivate (Heparinoide), Hirudin (ein Polypeptid des Blutegels Hirudo medicinalis) und 4-Hydroxy-cumarin-Derivate, wie Warfarin oder Phenprocoumon (Marcumar).

Abb.1
Warfarin
Abb.2
Phenprocoumon (Marcumar)

Antikoagulanzien vom 4-Hydroxy-cumarin-Typ wie Warfarin werden auch als Rodentizide eingesetzt. Bei der Bekämpfung von Nagetieren, die wirtschaftlichen Schaden verursachen oder als Krankheitsüberträger eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen, hat diese Wirkstoffklasse eine großen Vorteil. Sie wirken subakut oder chronisch und die Nager entwickeln keine Scheu vor dem Köder. Die Tiere sterben erst Stunden oder Tage nach dem Verzehr des Köders und ihre Artgenossen können keinen Zusammenhang zwischen der aufgenommenen vergifteten Nahrung und einer Gefahr herstellen. In Fällen einer Vergiftung beim Menschen ist Vitamin K1 ein wirksames Gegengift.

Siehe auch: Blutgerinnungskaskade , Hämostase

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Vitamin KLevel 250 min.

BiochemieStoffwechselVitamine und Coenzyme

8.1.4: Die fettlöslichen Vitamine der K-Gruppe sind entscheidende Cofaktoren für die enzymatische Carboxylierung von Aminosäuren. Sie sind essentiell für die Bildung der Gerinnungsfaktoren sowie zahreicher Calcium-transportierender Proteine. Absorptionsstörungen oder die Inhibierung der Vitamin K-Aktivität durch Antagonisten verändern maßgeblich das Gerinnungsvermögen des Blutes und können eine ernste Bedrohung für den Organismus darstellen. Störungen des Vitamin K-abhängigen Calcium-Transports werden hingegen mit langsamen pathologischen Veränderungen wie Arterienverkalkung und Nierensteinbildung in Verbindung gebracht.