zum Directory-modus

AntibiotikaresistenzZoomA-Z

Fachgebiet - Pharmazie, Medizin

Der Einsatz von Antibiotika führt dazu, dass bestimmte (zumeist bakterielle) Krankheitserreger nicht mehr wachsen können oder getötet werden, denn Antibiotika greifen gezielt in lebenswichtige Stoffwechselwege der Bakterien ein. Entwickeln Bakterien aber eine Resistenz, können sich diese Bakterien auch in Anwesenheit der für sie eigentlich giftigen Substanz vermehren. Antibiotika wirken immer nur auf bestimmte Bakterien; so sind viele der für Gram-positive Bakterien tödlichen Antibiotika bei Infekten mit Gram-negativen Bakterien aufgrund der unterschiedlichen Zellwandstruktur wirkungslos (primäre Antibiotikaresistenz).

Eine sekundäre, d.h. erworbene Antibiotikaresistenz beruht oft auf Mutationen im Erbgut der Bakterien. So kann beispielsweise durch eine Veränderung der Membran das Antibiotikum nicht mehr in die Zelle aufgenommen werden. Andere Mutationen verändern bestimmte Proteine in der Zelle, so dass ein Antibiotikum nicht mehr binden und diese Proteine nicht mehr inaktivieren kann. Ein Beispiel dafür sind die Tetracycline, die sich an die 30 S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen anlagern und diese blockieren. Mutationen der 30 S-Untereinheit können zu einer Tetracyclin-Resistenz des Bakteriums führen. Resistenzgene werden oft über mobile genetische Elemente wie die Transposons oder über Plasmide von Bakterium zu Bakterium übertragen. Hier sind es vor allem Gene für Enzyme, die Antibiotika abbauen können (z.B. für Penicillin-spaltende β-Lactamasen), oder Gene für Transporter, die das Antibiotikum aus der Zelle exportieren können (MDR-Transporter).

Die wiederholte Einnahme des gleichen Antibiotikums begünstigt die Entstehung resistenter Keime ebenso wie eine falsche Einnahmepraxis. Wenn ein Medikament nicht in der vorgeschriebenen Konzentration genommen oder eine Behandlung vorzeitig abgebrochen wird, überleben immer einige Bakterien. Diese Bakterien, die weniger empfindlich auf das Antibiotikum reagiert haben, können langfristig zu einer neuen Population nun resistenter Keime führen. Besonders in Krankenhäusern ist das Auftreten von Bakterien, die gegen die meisten gängigen Antibiotika resistent sind, ein enormes Problem. Dazu zählen vor allem Infektionen mit MRSA (multi-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen). Der Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Produktion und der damit verbundene Konsum von Antibiotika-haltigem Fleisch oder Antibiotika-haltigen landwirtschaftlichen Produkten gilt ebenfalls als eine der Ursachen für die zunehmende Resistenz bakterieller Krankheitserreger beim Menschen.

Siehe auch: Antibiotika

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

AntibiotikaLevel 290 min.

BiochemieMedizinische Chemie und BiochemieWirkstoffe

In dierser Lerneinheit werden die wichtigsten Antibiotika vorgestellt und ihre Verwendung in der Medizin erläutert.