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AntibiotikaZoomA-Z

Fachgebiet - Pharmazie

Ein Antibiotikum ist ein von Pilzen oder Bakterien im Sekundärstoffwechsel produzierter oder chemisch modifizierter bzw. synthetisch hergestellter niedermolekularer Wirkstoff, der das Wachstum bakterieller Infektionserreger verhindert oder diese Erreger tötet. Diese Wirkstoffe, zu denen beispielsweise Penicilline und Tetracycline gehören, werden in der Medizin gegen zahlreiche Krankheiten wie Atemwegs- oder Urogenitalinfekte, Darm- oder Hautinfektionen eingesetzt.

Antibiotika wirken auf Strukturen, die nur in Mikroorganismen, nicht aber im tierischen oder menschlichen Wirtsorganismus vorkommen. Dazu zählen beispielsweise Zellwandstrukturen wie das bakterielle Peptidoglycan, aber auch spezielle Enzyme der bakteriellen Proteinbiosynthese oder Hemmstoffe der (in Eukaryonten nicht vorkommenden) Enzyme der Folsäure-Synthese. Antibiotika haben häufig nur geringe Nebenwirkungen, zerstören aber u.U. die natürliche Haut- oder Darmflora des Menschen. Neben Durchfallerkrankungen kommt es nach einer Antibiotikabehandlung oft zu einer Besiedlung von Haut, Darm oder Vagina mit Pilzen, die in Anwesenheit der natürlichen bakteriellen Flora mit dem typischerweise leicht sauren Milieu nicht wachsen könnten.

Antibiotika-produzierende Stämme sind in den meisten Fällen selbst resistent gegen den von ihnen produzierten Wirkstoff. Gegen Viren sind Antibiotika in der Regel wirkungslos.

Siehe auch: Antibiotikaresistenz , Gramicidin , Tyrocidine , Albomycine , Bacitracin , Monamycin , Valinomycin

Fachgebiet - Biochemie

In der Biochemie umfasst der Begriff "Antibiotika" alle biologischen, synthetisch modifizierten oder chemisch produzierten Substanzen, die auf Mikroorganismen wachstumshemmend oder abtötend wirken, z.B. auf Bakterien, Pilze oder Protozoen. Auch Tiere und Pflanzen produzieren sekundäre Stoffwechselverbindungen wie z.B. Defensine, die eine antibiotische Wirkung haben.

Lerneinheiten, in denen der Begriff behandelt wird

Einführung in das Wirkstoffdesign (Drug Design)Level 145 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Einführung und Geschichte des Wirkstoffdesigns

Konzept der LeitstrukturLevel 260 min.

PharmaziePharmazeutische ChemieWirkstoffdesign

Die Suche nach neuen Wirkstoffen orientiert sich an den so genannten Leitstrukturen. Dieser Begriff bezeichnet den zwei- und dreidimensionalen Aufbau von Stoffen, die bereits einige der gewünschten Eigenschaften besitzen, aber andere vermissen lassen. Die meisten Leitstrukturen ergaben sich aus pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen und körpereigenen Naturstoffen wie z.B. Neurotransmittern und Hormonen, wobei nur wenige der Vorlagen selbst als Arzneien zum Einsatz kommen. Eine ständig anwachsende Gruppe von Leitstrukturen wurde jedoch auch aus synthetischen Substanzen entwickelt, die klassisch in Tierversuchen auf biologische Wirksamkeit getestet wurden. Heute steht hierzu ein vollautomatisiertes Screening in Zellkulturen sowie molekularen Testsystemen zur Verfügung (High-Troughput-Screening, HTS).

AntibiotikaLevel 290 min.

BiochemieMedizinische Chemie und BiochemieWirkstoffe

In dierser Lerneinheit werden die wichtigsten Antibiotika vorgestellt und ihre Verwendung in der Medizin erläutert.