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AnhydritZoomA-Z

Fachgebiet - Mineralogie

Auch als wasserfreier Gips bezeichnetes kristallwasserfreies Calciumsulfat, CaSO4. Anhydrit kommt sowohl natürlich (Naturanhydrit) vor, als auch als Nebenprodukt der Phosphorsäure- und Fluorwasserstoffherstellung sowie bei der Rauchgasentschwefelung (Chemieanhydrit, synthetischer Anhydrit). Technisch gewonnen werden kann Anhydrit durch Dehydratation von Gips.

CaSO4 ⋅ 2 H2O spaltet beim Erhitzen auf 120-130 °C einen Teil seines Kristallwassers ab (Brennen von Gips) und geht in das Halbhydrat CaSO4H2O (gebrannter Gips) über, das seinerseits bei noch höheren Temperaturen das restliche Wasser unter Bildung von CaSO4 abgibt.

CaSO42H2O1,5H2OCaSO40,5H2O0,5H2OCaSO4Gips  Halbhydrat  Anhydrit

Oberhalb 800 °C zersetzt sich CaSO4 in Calciumoxid , CaO, und Schwefeltrioxid, SO3.

Als Pulver mit Wasser zu einem Brei verrührt, erhärtet wasserfreier Gips unter Hydratation (Umkehrung von Gleichung (1)) zu einer festen, aus feinfaserigen, miteinander verfilzten Gipskriställchen bestehenden Masse (abgebundener Gips). Auf dieser Eigenschaft beruht die Verwendung der wasserärmeren Gipssorten im Baugewerbe (Gipsmörtel), der Keramikindustrie, der Bildhauerei u.a. (Formengips, Stuckgips, Estrichgips).

ACHTUNG: Verwechslungsgefahr mit Anhydrid!

Siehe auch: Hydratation