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Alois AlzheimerZoomA-Z

Biographie

Geboren
14. Juni 1864 in Marktbreit (Bayern)
Gestorben
19. Dezember 1915 in Breslau

Nachdem Alois Alzheimer sein Medizinstudium an der Universität Würzburg im Jahre 1888 beendet hatte, stellte er nur ein Jahr später seine Dissertation über die Funktion der Ohrenschmalzdrüsen fertig. Im selben Jahr begann er seine Arbeit als Assistenzarzt in der "Städtischen Anstalt für Irre und Epileptische" in Frankfurt am Main.

Dort begegnete er 1901 der Patientin Auguste Deter, die ihn später berühmt machen sollte. Eingeliefert wurde sie von ihrem Ehemann, der beschrieb, dass sie nicht mehr in der Lage war, einfache Aufgaben zu verrichten und ständig Gegenstände versteckte, an Verfolgungswahn litt und Nachbarn in aufdringlicher Weise belästigte.

Trotz seines großen Interesses an dieser Patientin wechselte Alzheimer 1902 als wissenschaftlicher Assistent an die Psychiatrische Universitätsklinik in Heidelberg und später nach München, wo er 1904 seine Habilitationsschrift „Histologische Studien zur Differentialdiagnostik der progressiven Paralyse“ beendete.

Nach dem Tod von Auguste Deter 1906 sezierte er ihr Gehirn und fand heraus, dass flächenweise Nervenzellen und Nervenzellkontakte ausgefallen und Eiweißablagerungen in Form von Plaques in der gesamten Hirnrinde nachweisbar waren. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen veröffentlichte Alzheimer in Schriften und auf Vortragsreisen.

1915 ging Alzheimer nach Breslau an die Schlesische Friedrich-Wilhelm-Universität, wo er eine ordentliche Professur übernahm und Direktor der "Königlich Psychiatrischen und Nervenklinik" wurde.

Chronologie

1864Geboren am 14. Juni in Marktbreit (Bayern)
1883 - 1887Studium der Medizin in Aschaffenburg, Tübingen, Berlin und Würzburg
1888Facharzt-Studium der Psychiatrie an der Städtischen Irrenanstalt in Frankfurt am Main
1888 - 1902Zusammenarbeit mit Franz Nissl (1860-1919) an der Städtischen Irrenanstalt in Frankfurt am Main; 1895 nach dem Weggang von Nissl nach Heidelberg wird Alzheimer Direktor.
1902 - 1903auf Einladung von Emil Kraepelin, Wechsel an das Psychiatrische Krankenhaus in Heidelberg; dort wieder Zusammenarbeit mit Franz Nissl
1903 - 1912folgt Kraepelin an die Psychiatrische Universitätklinik in München; dort Habilitation mit einer Arbeit über "Die Differentialdiagnose in der progressiven Paralyse"; 1908 außerordentlicher Professor und Direktor des anatomischen Labors der Klinik; im November 1906 berichtet Alzheimer auf einer Konferenz "Über einen eigenartigen schweren Krankheitsprozess der Hirnrinde" einer verstorbenen 51-jährigen Frau und damit zum ersten Mal von der später nach ihm benannten Krankheit
1912 - 1915Ruf an die Universität Breslau (heute Wroclaw, Polen) als ordentlicher Professor der Psychiatrie; erkrankt im Berufungsjahr und verstirbt mit 51 Jahren an Herzversagen auf Grund einer Endocarditis
1915Gestorben am 19. Dezember in Breslau

Literatur

Alzheimer, A. (1882): Ueber einen Fall von spinaler progressiver Muskelatrophie mit hinzutretender Erkrankung bulbärer Kerne in der Rinde. In: Sonder-Abdruck aus dem Archiv für Psychiatrie. XXIII (2) , Alzheimer, A. (1888): Über die Ohrenschmaldrüsen. Druck und Verlag der Stahel'schen Univer.-Buch- und Kunsthandlung , Alzheimer, A. (1904): Histologische Studien zur Differentialdiagnose der progressiven Paralyse. His habilitation thesis , Alzheimer, A. (1906): Über einen eigenartigen schweren Krankheitsprozess der Hirnrinde. In: Zentralblatt für Nervenkrankheiten. 25 , 1134 Alzheimer, A. (1907): Über einen eigenartigen schweren Krankheitsprozess der Hirnrinde. In: Zentralblatt für Nervenkrankheiten. 30 , 177-178 Alzheimer, A. (1907): Ueber eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde. In: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medizin. 64 , 146-148 Alzheimer, A. (1913): 25 Jahre Psychiatrie. Ein Rückblick anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Professor Dr. Emil Sioli als Direktor der Frankfurter Irrenanstalt. 52 , 854-866 Alzheimer, A.; Posthumous, F. N. (1921): Histologie und Histopathologie. In: Arbeiten über die Grosshirnrinde mit besonderer Berücksichtigung der pathologischen Anatomie der Geisteskrankheiten. ,